- Übung
Einsatzübung mit Blick über den Dächern der Stadt
Menschrettung von einem Kran - Feuerwehr Traunreut trainiert den Ernstfall
Traunreut. Eine Baustelle der Firma Vochezer Druck GmbH an der Johannes-Gutenberg-Straße in Traunreut war vor wenigen Tagen Schauplatz einer besonderen Feuerwehrübung. Die Einsatzkräfte trainierten dort die Menschenrettung aus rund 30 Metern Höhe. Bei der Einsatzübung wusste die Mannschaft im Vorfeld nicht, welches Szenario sie erwarten würde. Nach rund einer Stunde hatten die Beteiligten trotz großer Hitze alle Aufgaben erfolgreich gemeistert und wurden dabei unter anderem mit einem beeindruckenden Blick über die Dächer der Stadt sowie einer stimmungsvollen Abendkulisse und einem leckeren Eis belohnt.
Unter der Leitung von Zugführerin Verena Unterstein rückte der erweiterte Löschzug in den Abendstunden zur Übungsstelle aus. Der ersteintreffende Gruppenführer erkundete die Lage und stellte rasch fest, dass sich im oberen Bereich des Baukrans zwei Personen befanden. Das Übungsszenario sah vor, dass der Kranführer nach einem internistischen Notfall in rund 30 Metern Höhe bewusstlos geworden war. Ein Helfer, der ihm zur Hilfe eilen wollte, verunglückte auf dem Weg nach oben. Einer der Verletzten wurde durch eine Übungspuppe dargestellt, die zweite Person von einem Feuerwehrmann.
Nach der Erkundung des Unfallortes wurden sämtliche Maßnahmen zur Menschenrettung aus der Höhe eingeleitet. Dabei kam erstmals eine neu entwickelte Standardeinsatzregel zum Einsatz, die die Abläufe standardisiert und dadurch im Ernstfall wertvolle Zeit spart. Ein Feuerwehrmann rüstete sich mit dem Gerätesatz Absturzsicherung aus, während eine zweite Einsatzkraft die Leinensicherung vorbereitete.
Nach Abschluss aller Vorbereitungen begann der Aufstieg zu den beiden „Verletzten“. Zeitgleich errichtete die Besatzung eines weiteren Löschfahrzeugs einen zweiten Aufstieg, ebenfalls mit einem Gerätesatz Absturzsicherung. Insgesamt waren drei Fahrzeugbesatzungen an der Rettung der beiden „Bauarbeiter“ beteiligt.
Parallel dazu wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und der Korb in unmittelbarer Nähe eines Verletzten positioniert. Dies war möglich, da für das Fahrzeug eine ausreichend große und befestigte Aufstellfläche zur Verfügung stand. Eine Person konnte anschließend mithilfe der Drehleiter in einer Schleifkorbtrage gerettet werden. Die zweite Person wurde gesichert und mittels Seiltechnik kontrolliert zu Boden gebracht.
Nach rund einer Stunde waren alle Maßnahmen abgeschlossen und beide Betroffenen sicher am Boden. „Im Mittelpunkt der Übung stand die neu eingeführte Standardeinsatzregel für die Absturzsicherung“, erklärte Kreisbrandmeister Florian Jurisch, der die Übung als Beobachter begleitete. Er bescheinigte den Einsatzkräften eine ruhige und professionelle Arbeitsweise. Sein Fazit bei der Nachbesprechung fiel durchweg positiv aus: „Der Plan mit der neuen Standardeinsatzregel ist voll aufgegangen.
Sie wurde sinnvoll umgesetzt und hat sich bewährt.“
Die beiden Kommandanten Konrad Unterstein und Karl-Heinz Erhard lobten abschließend insbesondere Christoph Leimer und Matthias Köstner von der Fachgruppe Absturzsicherung für ihr großes Engagement bei der Planung und Durchführung der Übung. Kommandant Konrad Unterstein betonte bei der Abschlussbesprechung: „Diese Art von Übungen ist besonders wertvoll. Die Mannschaft weiß zwar, dass eine Übung stattfindet, Ort und Szenario bleiben jedoch bis zum Einsatz unbekannt.“ Dadurch könnten die Einsatzkräfte unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren.
Sein Stellvertreter ergänzte, dass man trotz der sommerlichen Temperaturen sehr erfreut über die hohe Übungsbereitschaft der Einsatzkräfte sei. Die große Hitze stellte selbst in den Abendstunden während des gesamten Übungseinsatzes einen zusätzlichen Belastungsfaktor dar. Zugführerin Verena Unterstein behielt deshalb die körperliche Verfassung der Mannschaft jederzeit im Blick.
Ein besonderer Dank galt außerdem der Firma Vochezer Druck GmbH. Das Unternehmen stellte die Baustelle als Übungsobjekt zur Verfügung und ermöglichte den Ehrenamtlichen damit eine außergewöhnliche und praxisnahe Ausbildung. Mit einem Eis sowie kühlen Getränken klang der Übungsabend in geselliger Runde aus. Hob
Text
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Bilder
Feuerwehr Traunstein
Sämtliche Bildrechte wurden übertragen