18.02.2026
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Feuer im Saunabereich der Chiemgau-Klinik

Großeinsatz für die Feuerwehren - 150 Patienten und Mitarbeiter vorübergehend evakuiert

Marquartstein. Großeinsatz am Dienstagabend für die Feuerwehren im Achental: In der Sauna der Chiemgau-Klinik in Geisenhausen kam es gegen 18:30 Uhr aus noch ungeklärter Ursache zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung. Daraufhin löste die automatische Brandmeldeanlage Alarm aus und ein Großaufgebot an Feuerwehr-Kräften rückte an. Zuerst wurden die rund 150 Patienten und Mitarbeiter der Klinik evakuiert und vorübergehend in geschützten Gebäudeteilen untergebracht. Das Feuer selbst, das sich auf den Saunabereich beschränkte, konnte schnell gelöscht und damit ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile und ein Großbrand verhindert werden. Wegen des starken Brandrauches, der sich auf weitere Gebäudeteile ausbreitete, dauerte es jedoch bis kurz vor Mitternacht, bis das Gebäude komplett belüftet und von Rauch befreit war. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf einen niedrigen sechsstelligen Eurobetrag.

Um 18:40 Uhr heulten die Sirenen in Marquartstein, Unterwössen und Grassau und die Feuerwehren rückten zur Chiemgau-Klinik aus, nachdem bei der Integrierten Leitstelle Traunstein aufgrund einer Rauchentwicklung der Alarm Brandmeldeanlage eingegangen war. Mehrere Rauchmelder im Schwimmbad- und Saunabereich der Klinik schlugen an. Die ersten Löschmannschaften waren wenige Minuten nach dem Alarm vor Ort, erkundeten die Lage und meldeten zunächst eine starke Rauchentwicklung und wenig später ein Feuer in der Sauna. Daraufhin wurde auf Alarmstufe B 4 – Großbrand erhöht und die Wehren aus Traunstein, Staudach-Egerndach und Schleching angefordert, ebenso der Rettungsdienst, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung aus Traunstein, die Kreisbrandinspektion und der THW-Fachberater. Zeitgleich mit dem Beginn der Löscharbeiten, die vorrangig im Innenangriff durch Feuerwehr-Atemschutzträger erfolgten, wurden Patienten und Mitarbeiter vorsichtshalber aus dem Hauptgebäude evakuiert und vorübergehend in Turnhalle und Cafeteria untergebracht. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der extremen Rauchentwicklung schwierig, und neben den Atemschutztrupps, die im Innern gegen das Feuer anrückten, wurde im Außenbereich eine Drehleiter in Stellung gebracht und versucht über eine Dachluke zum Brandherd vorzudringen. Um 19:22 Uhr – rund 40 Minuten nach Alarmierung – meldeten die Löschtrupps, dass das Feuer gelöscht und kein Feuerschein mehr auszumachen ist. Weiterhin aber wurde eine große Hitze und starke Rauchentwicklung festgestellt. Zur Ablösung der Atemschutztrupps, die unter extremen Bedingungen arbeiten mussten, wurde weitere Einheiten der Feuerwehren aus Oberwössen, Rottau, Übersee angefordert. Trotz des schnellen und beherzten Einsatzes der Feuerwehr wurde die Sauna bei dem Brand vollständig zerstört.

Umfangreich waren die Nachlöscharbeiten und das Belüften der zahlreichen verrauchten Räume. Mehrere Belüftungsgeräte wurden eingesetzt, um den Brandrauch aus dem Gebäude zu blasen. Bevor die Patienten in ihre Zimmer zurückkehren konnten, wurden in allen Räumen Messungen durchgeführt, ob gefährliche Gase vorhanden sind. Bis auf zwei Zimmer, konnten dann alle Räume als bewohnbar wieder freigegeben werden. Kurz nach 23 Uhr wurde der Feuerwehreinsatz beendet und das Gebäude an den Klinikbetreiber und dessen Brandschutzbeauftragten übergeben. Im Einsatz waren 153 Feuerwehrkräfte aus neuen Wehren mit rund 30 Einsatzfahrzeugen. Geleitet wurde der Gesamteinsatz von Thomas Drickl von der Feuerwehr Marquartstein. Er wurde unterstützt von Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandinspektor Rupert Kink und Kreisbrandmeister Thomas Mayr. Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz stand den zahlreichen Atemschutzträger mit Rat und Tat zur Verfügung. Der Rettungsdienst war mit elf Kräften – einem Notarzt, einer Rettungswagenbesatzung, einer Schnelleinsatztruppe Transport und dem Einsatzleiter Rettungsdienst – vor Ort. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck kam ebenfalls zur Einsatzstelle und ließ sich über den Einsatzverlauf und die Löscharbeiten informieren. Nach gut vierstündigem Einsatz bei Minusgraden und teilweise bei Schneetreiben, sorgte er am Einsatzende dafür, dass die ehrenamtlichen Feuerwehr- und Rettungskräfte eine wärmende Stärkung erhielten.

Die Bundesstraße 307 musste während der Löscharbeiten zwischen Marquartstein und Raiten komplett gesperrt werden. Zur Brandursache und wie es zu dem Feuer in der Kliniksauna kommen konnte, dazu hat das Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung liegen nach Angaben der Kripo aber nicht vor.

Text und Bilder
Peter Volk und Wolfgang Gasser
Kreisfeuerwehrverband Traunstein