01.04.2025
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Werkfeuerwehr B/S/H Traunreut hatte 311 Einsätze

60 Aktive leisteten 4.710 Stunden - Stanislaus Prokop wurde verabschiedet

Traunreut. Mit mehr als 4.700 für den Standort erbrachten Stunden, 311 Einsätzen und einem hohen Ausbildungsniveau war das vergangene Jahr für die Werkfeuerwehr der B/S/H in Traunreut ein sehr intensives Jahr. Dabei wurde neben dem Einsatzgeschehen insbesondere die fachliche Weiterentwicklung der Mannschaft in den Fokus gerückt.

Neben einen ausführlichen Rechenschaftsbericht des Leiters der Werkfeuerwehr, Albert Rieder, würdigten Traunreuts 1. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat, Kreisbrandrat Christof Grundner, die B/S/H-Standortleiterin Susanne Trojer und der SITECO-Geschäftsführer Andreas Frank die Leistungen der Brandschützer. Neben mehreren Ehrungen und Beförderungen wurde Stanislaus Prokop feierlich aus den Reihen der Werkfeuerwehr verabschiedet.


Albert Rieder, der Leiter der Werkfeuerwehr B/S/H/ Traunreut, hat beim gutbesuchten Infoabend in der Unternehmenskantine einen beeindruckenden Jahresbericht 2024 vorgestellt und betonte dabei, „die Sicherheit im Werk sowie die Einsatzbereitschaft unserer Werkfeuerwehr bilden tragende Säulen für den gesamten Standort“. Als Ehrengäste durften sich die Verantwortlichen über den Versammlungsbesuch des Feuerwehrreferenten Ingo Plontsch, mehrere Vertreter der umliegenden Feuerwehren im Stadtgebiet sowie des THW-Ortsverbandes und Christian Bertlein als Vertreter der Polizeistation Traunreut freuen.


Insgesamt leisteten die Werkfeuerwehrleute 4.710 Stunden, die sich auf Einsätze, Übungen, Ausbildung und den vorbeugenden Brandschutz verteilen. Besonders hervorgehoben hatte der Leiter die 222 Sicherheitswachen. „Alleine während der Revision des Biomasseheizkraftwerk, wurde an sieben Tagen im November sogar rund um die Uhr in Doppelschichten gearbeitet“, informierte Albert Rieder.


Neuer Krankentransportwagen war mehrmals im Einsatz
Darüber hinaus mussten die Werkfeuerwehrleute zu 36 Brandalarmen und 47 Technischen Hilfeleistungen ausrücken. Gefahrstofferkundungen und medizinische Notfälle gehörten ebenfalls zu den vielfältigen Herausforderungen im vergangenen Jahr. Allein der als Ersatz für ein Vorgängerfahrzeug in Dienst gestellte Krankentransportwagen wurde zu 20 Einsätzen gerufen. „Ein Werkzeugabsturz auf eine Batterie in der Vorfertigung war mitunter einer der komplexesten Einsätze des vergangenen Jahres“, betonte Albert Rieder.


Ein neubeschaffter akkubetriebener Lüfter ergänzt seit dem vergangenen Jahr die Ausrüstung der Werkfeuerwehr und wurde bereits mehrfach erfolgreich zum Einsatz gebracht. Für heuer erwarten die „Floriansjünger“ der Werkfeuerwehr noch ein Kleinalarmfahrzeug, das als Ersatzbeschaffung kommt.


Eine weitere Aufgabe der Werkfeuerwehr bildet die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter im vorbeugenden Brandschutz. Insgesamt wurden 310 Brandschutzhelfer ausgebildet und geschult sowie 305 Mitarbeiter in CO₂-Löschanlagen unterwiesen. Darunter fallen auch die Kontrollen an den unterschiedlichen Anlagen. Darüber hinaus wurden zusammen mit weiteren Fachabteilungen neue Sicherheitsrichtlinien für Arbeiten im Pressenkeller erarbeitet und umgesetzt.


Positive Personalentwicklung
Erfreut zeigte sich der hauptamtliche Leiter der Werkfeuerwehr über das kontinuierliche Wachstum der nebenamtlichen Einsatzkräfte in der Feuerwehr. Zum Jahreswechsel zählte die Werkfeuerwehr 60 aktive Mitglieder, die sich auf fünf Frauen und 55 Männer aufteilen. Mit sechs Neueintritten und zwei Abgängen konnte der Personalstand um vier Personen erweitert werden. Die durchschnittliche Dienstzeit liegt bei 14,5 Jahren und das Durchschnittsalter der Floriansjünger liegt bei 40,7 Jahre.


Die Werkfeuerwehr B/S/H legt auf eine fundierte Ausbildung sowie laufende Fortbildungen großen Wert. Allein in den 83 Übungen wurden 2.476 Stunden geleistet. Die Bandbreite reichte von den Grundlagenübungen über spezielle Atemschutz-, Absturzsicherungs- und Maschinistenausbildungen bis hin Ganztagesausbildungen und Führungskräftefortbildungen.


Die Mitglieder absolvierten insgesamt 51 Lehrgänge beim Kreisfeuerwehrverband Traunstein, den staatlichen Feuerwehrschulen oder dem Werkfeuerwehrverband Bayern. Die Themenfelder reichten dabei von der klassischen Grundausbildung über E-Mobilität, ABC-Gefahrstoffe, Bahnunfälle bis hin zur digitalen Einsatzführung. Besonders engagiert zeigte sich dabei Jakob Schillinger, der insgesamt acht unterschiedliche Lehrgänge besucht hat. Der 24-Jährige wurde darüber hinaus im Rahmen der Infoveranstaltung zum „Oberlöschmeister“ befördert.


Geschäftsführung hebt die Bedeutung der Feuerwehr hervor
Standortleiterin Susanne Trojer zollte den Mitgliedern der Werkfeuerwehr ihre Anerkennung für die Courage und die fortwährende Einsatzbereitschaft. Sie betonte „mir bedeutet es viel, Ihnen heute für ihren Einsatz herzlich zu danken. Sie leisten einen unermesslichen Beitrag zum Schutz des Standortes und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dies möchten wir heute würdigen“.


„Die Werkfeuerwehr ist ein fundamentaler Baustein zum Erhalt der Arbeitsplätze“, stellte Andreas Frank in seiner Rolle als Geschäftsführer der benachbarten SITECO fest. Beide Firmen betreiben gemeinsam die Werkfeuerwehr B/S/H. Weiter führte der Geschäftsführer an, „Sie sorgen sich rund um die Uhr um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und dies verdient höchsten Respekt“.


„Werkfeuerwehr ist eine wertvolle Ressource“
Traunreuts 1. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat würdigte besonders die gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Freiwilligen Feuerwehren. In seinem Grußwort lobte er auch ausdrücklich das „Doppelengagement“ vieler Mitglieder, die sowohl in den B/S/H- und Siteco Werken wie auch in ihren Wohnorten bei Freiwilligen Feuerwehren Dienst leisten. 


„Mit eurem fachspezifischen Wissen seid ihr auch bei Einsätzen im öffentlichen Bereich eine wertvolle Ressource“, stellte der Kreisbrandrat Christof Grundner in seinem Grußwort fest und bedankte sich die die stets gute Zusammenarbeit. Weiter führte er an, „der hohe und gute Ausbildungsstand trägt wesentlich zur Werksicherheit bei“ und motivierte, die Mitglieder der Werkfeuerwehr, „in Sachen Aus- und Fortbildung müsst ihr unbedingt weiter am Ball bleiben“.


Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen
Die Infoveranstaltung nutzten die Verantwortlichen auch dazu, um Mitglieder der Werkfeuerwehr für deren jahrelanges Engagement zu würdigen. Roman Herb leistet seit zehn Jahren aktiven Dienst und erhält dazu das entsprechende Ärmelabzeichen für die Uniform, Norbert Straub ist bereits seit 20 Jahren dabei und wurde ebenso gewürdigt wie Rainer Fakesch, der seit 30 Jahren Dienst in der Werkfeuerwehr leistet. Rainer Eder wurde für seine 25-jährige Dienstzeit bei der Werkfeuerwehr geehrt und wird dafür mit dem Bayerischen Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.


Anita Mayer wurde zur Oberfeuerwehrfrau und Grigore Tanasa, Roman Herb, Ciprian-Florin Hopitea zu Oberfeuerwehrmännern befördert. In den Dienstgrad des Hauptfeuerwehrmannes wurde Anton Heistracher befördert. Sebastian Kiefersbeck und Matthias Pöschl sind ab sofort Hauptlöschmeister in der Werkfeuerwehr B/S/H.


Ein besonderer Moment war die Verabschiedung von Stanislaus Prokop, der nach 23 Dienstjahren mit dem Eintritt in den Ruhestand aus der Werkfeuerwehr ausgeschieden ist. Als Dank überreichte ihm Albert Rieder zusammen mit dem Zugführer Andreas Kirschner die Urkunde und als kleines Dankeschön das „Werkfeuerwehrkrügel“.

Text und Bilder
Stefan Lohwieser
Kreisfeuerwehrverband Traunstein